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Otto Leichter, Ein Staat stirbt. Österreich 1934-38

11.November @ 15:00 - 17:00

In 29 kurzen Kapiteln erzählt Ein Staat stirbt. Österreich 1934–38 die
Geschichte des Austrofaschismus und der Zerschlagung Österreichs.
Das Buch liest sich dabei schnell, reißt den Leser und die Leserin mit
sich wie kaum ein anderes. Obwohl es inzwischen zahlreiche Darstellungen
der vier Jahre hauseigener Diktatur gibt, existieren wenige so
klare und geraffte Beschreibungen wie diese: Perspektiven und Proponenten
wechseln in raschem Tempo, der Beschreibung folgt die Analyse,
der Anklage das Urteil. Und man spürt, mit welcher Emotion und
mit welcher Angst und Sorge das Buch geschrieben ist. Man kann den
Sieg des Nationalsozialismus vielleicht noch verhindern. Doch auch
eine Vorahnung des Holocaust schwingt schon mit.
Otto Leichters im Pariser Exil 1939 entstandener Text steht unter dem
Eindruck des ‚Anschlußes‘. Vor dem Münchner Abkommen verfasst
und unter dem Pseudonym Georg Wieser erschienen, ist es kein wissenschaftliches
Buch: Leichters Werke oszillierten grundsätzlich zwischen
Essayismus, Journalismus und Wissenschaft. Ein Staat stirbt ist
auch Beschreibung und Analyse zugleich, aber vielleicht noch mehr:
eine politische Anklageschrift, die das Versagen einer reaktionären, in
ihrer Unfähigkeit und Verblendung ins eigene Verderben rennenden Elite,
aber auch die Unterlassungen der westlichen Demokratien anprangert.
Bis heute ist das nur mehr schwer zugängliche Buch wohl wohl eine der
dichtesten, schärfsten und klarsten Beschreibungen des Finis Austriae 1938 geblieben.

Details

Datum:
11.November
Zeit:
15:00 - 17:00
Veranstaltungkategorie:

Veranstaltungsort

Lhotzkys Literaturbuffet
Rotensterngasse 2
Wien, Wien 1020
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